Wildkamera-Test

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10 Tipps um seine Wildkamera zu tarnen & zu sichern

Gute Wildkameras kosten ab 150 €, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Es liegt zudem in der Natur der Sache, dass Wildkameras ihren Dienst meist an einsamen, abgelegenen Orten verrichten müssen. Wildkamera-Diebstahl ist leider keine Seltenheit mehr. Wildkamera-Test.com hat die wichtigsten Möglichkeiten der Tarnung und Sicherung von Wildkameras zusammengestellt:

Sicherung per Kabelschloss

Python Kabelschloss von Master Lock mit 8 mm Stahlseil: Bild: Master Lock

Python Kabelschloss von Master Lock mit 8 mm Stahlseil: Bild: Master Lock

Python Kabelschloss: Zur Sicherung von Wildkameras kommen i.A. Kabelschlösser der Fa. Master Lock zum Einsatz. Der große Vorteil der sog. „Python Kabelschlösser“ ist die individuell verstellbare Länge. Zwischen 30 und 180 cm kann man das Kabelschloss ähnlich einem Kabelbinder an jeder beliebigen Stelle einrasten lassen. Dadurch kann man sogar mit einem Kabelschloss mehr als eine Wildkamera an einem Baum sichern. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Ösen, die sich bei allen namhaften Wildkameras auf der Rückseite des Gehäuses befinden, mit einem maximalen Kabeldurchmesser nutzen kann. Dörr Wildkameras z.B. haben Ösen mit einem Durchmesser von 10,7 mm und nehmen so theoretisch die Python Kabelschlösser bis zu 10 mm auf, wir empfehlen für Dörr Wildkameras allerdings die 8 mm Kabelstärke. Am meisten finden – wohl aus Preisgründen – die doch recht dünnen 5 mm Kabelschlösser Verwendung:

Gut gegen Diebstahl, begrenzter Schutz gegen Vandalismus: Gegen Diebstahl lassen sich Wildkameras speziell im Wald mit diesen Kabelschlössern sehr gut sichern, da die Bösewichte meist spontan zuschlagen und i.d.R. kein schweres Gerät mit sich führen. Gegen Vandalismus schützt ein Kabelschloss nur bedingt. Hier hilft noch am besten ein Metallgehäuse.

Sicherung per Metallgehäuse

Maßgeschneiderte Stahlgehäuse: Für die gängigsten Wildkameras findet man bei Amazon maßgeschneiderte Stahlgehäuse im Tarnkleid. Das macht insbesondere Sinn, wenn es sich um eine höherwertige Fotofalle handelt. Bei Fotofallen vom Schlage einer ALDI Maginon Wildkamera muss man sich überlegen, ob man tatsächlich 49 € investieren will, um den Diebstahl einer 99 €-Wildkamera zu verhindern.

Maßgeschneidertes Metallgehäuse für eine Wild Vision Wildkamera - Bild: Wildkamera-Test.com

Maßgeschneidertes Metallgehäuse für eine Wild Vision Wildkamera, hier mit einem Python Kabel gesichert; das Metallgehäuse verträgt aber auch wesentlich größere Kabeldurchmesser – Bild: Wildkamera-Test.com

Einige Preisbeispiele:

Mit einem Metallgehäuse ist die Wildkamera zwar nicht völlig vor Vandalismus geschützt. Aber man erschwert den Wildkamera Diebstahl erheblich. Zudem bleibt zumindest die SD-Karte mit den Fotos des Übeltäters meist erhalten. Das Stahlgehäuse selbst wird unten oder an der Seite mit einem soliden Vorhängeschloss gesichert.

Tipp: unbedingt das Vorhängeschloss mit einer Spraydose matt schwarz oder grün lackieren. Denn die meist messingfarbenen Vorhängeschlösser wirken im Wald wie ein Fremdkörper und lenken dann erst recht die Blicke auf die Wildkamera.

Metallgehäuse erhöht Strafmaß: Wird die Wildkamera mit einem Kabelschloss oder einem Metallgehäuse gesichert und dann entwendet, handelt es sich gemäß § 243 StGB um einen „Besonders schweren Fall des Diebstahls“. Denn in Absatz (1) findet man folgenden Passus: „In besonders schweren Fällen wird der Diebstahl mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter […] 2. eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist, […]“

Baumstumpf-Attrappe als Wildkamera-Versteck

Wildkamera Versteck "CamTree" - Bild: Oakland - Hunting Gear

Wildkamera Versteck „CamTree“ – Bild: Oakland – Hunting Gear

CamTree: Das Unternehmen „Oakland – Hunting Gear“ aus dem oberbayrischen Rohrenfels baut Wildkamera-Verstecke der besonderen Art. Die Wildkamera wird ein eine auf den Wildkamera-Typ angepasste Baumstumpf-Attrappe eingesetzt. Wenn man dieses Wildkamera-Versteck noch zusätzlich mit ortstypischen Moosen und Gräsern bedeckt, passt sich das Ensemble optimal in die Umgebung ein.

Die relativ niedrige Bauhöhe gewährleistet einen realistischen optischen Eindruck als Baumstumpf. Die Bildqualität wird durch die niedrige Linsenposition nicht unbedingt negativ beeinflusst. Allerdings muss bei so einer niedrigen Positionierung besonders darauf achten, dass sich im Sicht- und Blitzbereich der Wildkamera keine störenden Objekte befinden. Die größtmögliche Tarnung erreicht man mit der CamTree, wenn man eine Wildkamera mit schwarzen LEDs einsetzt.

Der schwere Standfuß aus Holzbeton stellt eine ausreichende Standfestigkeit sicher, so dass keine zusätzliche Befestigung am Boden nötig ist. Die CamTree ist für jeden Kameratyp erhältlich. Sie wird bereits komplett zusammengebaut geliefert, so dass sie direkt eingesetzt werden kann.

Die Maße: 15 cm (B) x 40 cm (H) bei einem Gewicht von ca. 3-5 kg.

Die CamTree kann zum Preis 59,90 € direkt beim Hersteller unter www.camtree.de bezogen werden.

Scharfschützen-Tarnung

Die Wildkamera getarnt wie ein Scharfschütze - Bild: Cambush

Diese Cuddeback Wildkamera wurde getarnt wie ein Scharfschütze – Bild: Cambush

Cambush: Wenn man seine Wildkamera mit den Tarn-Streifen des US-Unternehmens „Cambush“ tarnt, ist man fast schon versucht das so entstandene fluffige Ding zu streicheln. Die Idee mit den Tarnfransen wurde entlehnt von den sog. „Ghilli Suits„. Diese Tarnanzüge werden meist von Scharfschützen und insbesondere in den USA auch von Jägern eingesetzt. Sie versuchen dank der Tarnanzüge mit der Umwelt zu „verschmelzen“. Was bei ausgewachsenen Scharfschützen funktioniert, kann bei einer kleinen Wildkamera nicht so schlecht sein, dachte sich Shawn O’Connor und gründete mit den Tarnfransen für Wildkameras sein eigenes kleines Unternehmen.

Kleine Bastelstunde: Bei der Cambush Wildkamera-Tarnung handelt es sich um gekettelte Textilstreifen aus wetterfestem Material. Die Streifen müssen auf die jeweilige Wildkamera zugeschnitten und per Industrieklebstoff befestigt werden. Anschließend werden die wesentlichen Funktionselemente wie IR-Sensor, Linse und Blitz wieder mit einer Schere von den Tarnfransen befreit. Um zu verhindern, dass die Fransen durch Wettereinfluss in die Linse oder das LED-Feld gedrückt werden, empfiehlt der Hersteller die Tarnfransen mit dem Kleber zu „frisieren“, so wie man seine Haartolle mit Haargel stylt.

Original aus den USA: Der Preis von 14,99 USD für einen Satz dieser Tarnstreifen ist sportlich, allerdings ist das auch die beste Tarnung, die wir je für eine Wildkamera gesehen haben. Offiziell liefert das Unternehmen nicht nach Deutschland, bei massivem Interesse dürfte Shawn O’Connor aber wahrscheinlich in Zeiten von PayPal-Zahlung und DHL hier auch gerne eine Ausnahme machen. Einfach auf www. Cambushcamo.com eine Anfrage starten.

Cambush

Wenn eine so mit Cambush-Tarnstreifen getarnte Wildkamera entwendet wird, hat es wohl einfach nicht sein sollen – Bild: Cambush

Doppelseitiges Klebeband: Wenn man den Gedanken der Scharfschützentarnung aufnimmt, kann man seine Wildkamera recht einfach und zudem ortstypisch selbst tarnen. Mit doppelseitigem Klebeband (Teppichklebeband) schafft man den nötigen Haftgrund und dann nimmt man alles, was das Revier am genutzten Standort hergibt: Baumrinde, Moos, etc. Das führt im Ergebnis zu einer exzellenten Tarnung für kleines Geld.

PIN-Abfrage aktivieren

Im Menü (hier die ALDI Wildkamera Maginon WK2) läßt sich bei den meisten Wildkameras ein PIN-Code eingeben - Bild: Wildkamera-Test.com

Im Menü (hier die ALDI Wildkamera Maginon WK2) lässt sich bei den meisten Wildkameras ein PIN-Code eingeben – Bild: Wildkamera-Test.com

Security Code aktivieren: Bei nahezu allen uns bekannten Wildkameras kann man über das Menü einen frei wählbaren vierstelligen Sicherheitscode, ähnlich einer PIN, eingeben. Dadurch kann man dem Wildkamera-Dieb immerhin den Spaß an „seiner“ neuen Wildkamera verderben. Denn sobald der Dieb in das Setup-Menü der Wildkamera einsteigen möchte, muss er zunächst den PIN eingeben.

Nachteil: Auch der rechtmäßige Besitzer der Wildkamera muss vor jedem Einstieg in das Menü zunächst den PIN eingeben. Das geht über die Navigationstasten deutlich langsamer von statten, als man das vielleicht von seinem Handy her gewöhnt ist. Und auch wenn man die Wildkamera mit einem PIN gesichert hat – weg ist sie meist trotzdem. Denn den PIN-Schutz erkennt der Wildkamera-Dieb erst, wenn er mit samt der Wildkamera zuhause ist.

Markierung der Wildkamera

Wenn die Wildkamera gestohlen wurde, ist sie erst einmal weg. Aber wie soll eine wieder aufgetauchte Wildkamera jemals dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden?

Kameraname eingeben: Wildkamera-Hersteller wie z.B. Moultrie erlauben es, einen individuellen Namen einzugeben, der dann in jedem Foto sichtbar ist. Zwar kann ein Wildkamera-Dieb diese Einstellung überschreiben (es sei denn, die Wildkamera ist PIN-geschützt), aber nicht immer wird die Wildkamera von einem üblen Dieb entwendet. Uns wurden einmal zwei Wildkameras auf einmal abgehängt. Da es sich um eine gottverlassene Ecke in einem weit abgelegenen Waldstück war, kamen wir recht schnell darauf, wer der „Übeltäter“ war. Im Rahmen eine Treibjagd hatte einer der Treiber die Wildkameras entdeckt und im Glauben, es seien die einige Monate zuvor im Revier entwendeten Fotofallen, die Kameras mitgenommen. Nachdem der Jagdpächter erkannt hatte, dass dies nicht die gestohlenen Wildkameras waren, stand er nun vor dem Dilemma, die Wildkameras dem rechtmäßigen Besitzer zuzuordnen. Das Auslesen der SD-Karten brachte dann die Auflösung, da wir immer den Namen unserer Website mit auf die Fotos schreiben lassen.

Bei manchen Wildkameras, wie hier bei einer Moultrie kann man einen Namen auswählen, der dann im Bild angezeigt wird - Bild: Wildkamera-Test.com

Bei manchen Wildkameras, wie hier bei einer Moultrie kann man einen Namen auswählen, der dann im Bild angezeigt wird – Bild: Wildkamera-Test.com

Seriennummer notieren: Wem schon einmal ein Fahrrad gestohlen wurde kennt das Dilemma. Als erstes fragt die Polizei nach der Rahmennummer – die man sich natürlich nicht notiert hat… Bei seinen Wildkameras sollte man es besser machen. Einige Hersteller hinterlegen die Seriennummer in der Software, aber immer ist auf dem Gerät zumindest ein Aufkleber mit der Seriennummer zu finden. Bei den besonders teuren Mobilfunk-Wildkameras ist sogar eine sog. IMEI-Nummer vorhanden. Mit dieser eindeutigen 15-stelligen Gerätenummer identifiziert sich ein mobiles Endgerät im Netz des Mobilfunkanbieters.

Gravurgerät zur dauerhaften Markierung von Wildkameras - Bild: Proxxon

Gravurgerät zur dauerhaften Markierung von Wildkameras – Bild: Proxxon

Telefonnummer eingravieren: Ein kleines Gravurgerät gibt es bereits ab 10,00 €. Damit kann man seine Wildkamera eindeutig kennzeichnen. Empfehlenswert ist z.B. die eigene Telefonnummer einzugravieren. Es kann durchaus sein, dass ein Jagdpächter der Auffassung ist, dass nur er in seinem Jagdrevier Wildkameras aufzuhängen hat. Dabei übersieht er, dass auch ein privater Waldbesitzer ein berechtigtes Interesse haben kann, seinen Besitz zu schützen. Ein Holzstapel mit Langholz kann schnell einige Tausend Euro wert sein. Nimmt der Jagdpächter die Wildkamera an sich, hat er über die Telefonnummer immer noch die Gelegenheit, den Besitzer der Wildkamera zu kontaktieren. Sollte es sich um einen Gewohnheitstäter handeln, besteht immerhin die Chance, dass die Wildkamera mit samt anderem Diebesgut wieder auftaucht. Über die eingravierte Telefonnummer haben Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeit des Eigentumsnachweises. Ein weiterer Effekt ist, dass eine so personalisierte Wildkamera quasi unverkäuflich ist. Der Wildkamera-Dieb wird sich jedenfalls zweimal überlegen, ob er eine gestohlene Wildkamera mit eingravierter Telefonnummer bei Ebay anbietet.

Schwarzlicht Lampe, unter deren Licht UV-Marker sichtbare werden

Schwarzlicht Lampe, unter deren Licht UV-Marker sichtbar werden

UV-Marker: Kommt im Wald eine Wildkamera weg, stehen bei der Jägerschaft umherstreunende Spaziergänger ganz oben auf der Verdächtigen-Liste. Dicht gefolgt allerdings von den Kollegen der eigenen Zunft aus den Nachbarrevieren. Jäger wissen i.d.R. aus eigener Erfahrung heraus ganz genau, wie man Wildkameras optimal positioniert. Entsprechend ist es für einen aufmerksamen Jäger auch recht leicht, Wildkameras im Nachbarrevier aufzuspüren. Dann wird die Wildkamera ganz gerne einmal „sichergestellt“ und praktischerweise im eigenen Revier eingesetzt. Da die Wildkamera-Klassiker recht verbreitet sind, ist es für den Bestohlenen im Nachgang nicht so leicht, seine eigene Wildkamera zu identifizieren. Die Markierung mit einem nur unter UV-Licht sichtbaren Stift ist hier ein interessanter Ansatz. Bei Amazon sind UV-Stifte für wenige Euro erhältlich. Im Set mit einer Schwarzlicht-Taschenlampe, unter deren Licht die Markierung wieder sichtbar wird, ist man für unter 10 € mit dabei.

Tipp: Unbedingt auch eine Markierung auf der Außenseite anbringen, z.B. rund um die Linse. Dann kann man seine Wildkamera auch dann identifizieren, wenn sie beim neuen „Besitzer“ bereits wieder im Einsatz ist, aber mit Schloss oder Metallgehäuse gesichert wurde.

Black-LED Wildkamera

Dörr SnapShot Mini Black UV555 mit völlig unsichtbarem Blitz - Bild: Wildkamera-Test.com

Dörr SnapShot Mini Black UV555 mit völlig unsichtbarem Blitz – Bild: Wildkamera-Test.com

Das so ziemlich dümmste, was einem passieren kann ist, dass sich die Wildkamera selbst verrät.

Low- vs. No-Glow: Bei Wildkameras unterscheidet man hinsichtlich der verwendeten LEDs zwischen Low-Glow LEDs (strahlen auf einer Wellenlänge von 850 nm) und No-Glow LEDs (940 nm). Bei den Low-Glow LEDs ist zum Zeitpunkt der Aufnahme ein leichtes Glühen erkennbar. Je dunkler es ist, desto mehr fällt das auf. Bei den No Glow LEDs sieht das menschliche Auge absolut nichts. Daher kommt man im Überwachungsbereich um die No-Glow bzw. Black LED Wildkameras kaum herum.

Achtung bei Videos: Wer nicht auf Video-Aufnahmen verzichten möchte, sollte an gefährdeten Aufstellungsorten unbedingt eine Black-LED Wildkamera verwenden. Denn im Fotomodus leuchtet die Wildkamera nur kurz auf. Gerade so lange, wie es nötig ist um die Aufnahme auszuleuchten. Die Gefahr, dass ein Übeltäter exakt in dieser Sekunde genau in die Low-Glow LEDs der Wildkamera schaut, ist gering. Bei Videos hingegen leuchten die LEDs logischerweise so lange, wie die Aufnahme dauert. Beliebt sind Videos mit 15-30 Sekunden Videos. Die Entdeckungsgefahr von Low-Glow Wildkameras ist im Video-Modus daher ungleich höher.

Bei Black LEDs auf Marken-Wildkameras achten! Ganz grundsätzlich sind wir kein großer Fan von den Black-LED Wildkameras mit unsichtbarem Blitz. Denn gegenüber den regulären Wildkameras, die einen 850 nm-Blitz verwenden, sind die Black-LED Wildkameras mit ihren 940 nm LEDs bei gleicher LED-Anzahl deutlich weniger lichtstark.

Wenn schon Black-LEDs, dann aber bitte Marken-Wildkameras! Chinesische Handelsware mit „sensationell völlig unsichtbarem Blitz“ wird auch in Deutschland gerne mit tollen Marketing-Versprechen verkauft. De facto sind die Nachtaufnahmen der meisten No Name Wildkameras mit Black LEDs völlig unbrauchbar. Welcher Aufwand betrieben werden muss, damit trotz schwarzer LEDs ordentliche Aufnahmen entstehen, zeigt der Markenanbieter Dörr. In der Dörr SnapShot Mini Black werden glatte 12 LEDs mehr verbaut, als in der regulären Version. Durch diese Maßnahme wird das Manko der geringeren Leuchtkraft von Black-LEDs so gut wie kompensiert. Auch die Moultrie M990i macht bei völliger Dunkelheit trotz Black-LED-Technologie sehr gute Nachtaufnahmen.

Mobilfunk Wildkamera

Dörr SnapShot Mobil

Die Dörr SnapShot Mobil – sehr solide aber leider teuer..

Mobilfunk-Wildkamera: Eine MMS- bzw. GPRS-Wildkamera sichert sich quasi selbst. Denn in dem Moment, in dem ein Bösewicht die Wildkamera entdeckt, ist sein Foto bereits in der Mailbox des Wildkamera-Besitzers gelandet. Sehr praktisch. Wurde die Mobilfunk-Wildkamera zum Objektschutz eingesetzt, kann man im Idealfall sogar gleich die Polizei zum Ort des Geschehens schicken. Selbst wenn dieser hunderte Kilometer weit weg liegt. Das funktioniert auch, wenn die Wildkamera das Ferienhaus im Ausland bewacht (natürlich mit einer lokalen Prepaid-SIM-Karte ausgerüstet!).

Teuer! Leider sind zuverlässige MMS-/GPRS-Wildkameras teuer. Unter ca. 300 € ist kaum eine solide funktionierende Mobilfunk-Wildkamera zu kaufen. Sollte diese Wildkamera gestohlen werden, ist das dann in der Tat extrem ärgerlich. Wenn man die Möglichkeit des sofortigen Bildversands nicht unbedingt benötigt, bekommt man für das gleiche Geld zwei reguläre Wildkameras, die sich dann gegenseitig sichern können (s.u.).

Auch die Inbetriebnahme einer Mobilfunk-Wildkamera ist nicht ganz trivial. Da ist ein wenig technischer Sachverstand und auch Durchhaltevermögen gefragt. Aber wenn es dann funktioniert, ist das eine sehr effiziente und auch flexible Art der Objektsicherung. Denn im Vergleich zu einer Alarmanlage ist der finanzielle und zeitliche Aufwand dann doch wieder sehr überschaubar.

Gegenseitige Sicherung

Zwei oder mehr Wildkameras gleichzeitig im Einsatz zu haben, hat viele Vorteile.

Eine Wildkamera passt auf die andere auf:  Einerseits ist die überwachte Fläche bei zwei parallel betriebenen Wildkameras bestenfalls doppelt so groß. Andererseits kann man die eine Wildkamera mit der anderen absichern. Wird eine Wildkamera entdeckt und entwendet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die zweite Wildkamera übersehen wird und man so über schöne Fotos des Diebs verfügt.

Unterschiedliche Wildkamera-Typen: Aus der täglichen Praxis heraus wissen wir, dass jede Wildkamera andere Stärken besitzt. Die eine ist nachts unsichtbar, dafür macht die andere perfekte Nachtaufnahmen. Eine dritte ist super klein oder super ausdauernd. Wer mehrere Wildkameras gleichzeitig einsetzt, kann in der Kombination die jeweiligen Stärken der diversen Modelle miteinander vereinen.

Vorsicht mit den Fotos des vermeintlichen Diebes! Tappt ein Wildkamera-Dieb dank gegenseitiger Sicherung in die Fotofalle, darf man mit diesen Fotos auf gar keinen Fall unbedacht umgehen!! Die Versuchung ist groß, aber zeigen Sie ihren Fang NICHT überall herum. Lieber den nächsten Schritt zweimal überlegen. Falls eine Wildkamera in der freien Wildbahn entwendet wurde, kann sich der Dieb u.U. kunstvoll heraus reden. Man selbst hat dann aber eine Anzeige wegen Überwachung von öffentlichem Raum „an der Backe“. Denn je nach Bundesland (Datenschutz ist Ländersache und wird z.T. höchst unterschiedlich gehandhabt) scheinen die Datenschutzbeauftragten aktuell nicht besseres zu tun zu haben, als sich mit dem Thema „Wildkamera“ zu befassen.

Sichere Wildkamera-Positionierung

In freier Wildbahn muss man nicht unbedingt damit rechnen, dass die Wildkamera entdeckt und dann auch noch entwendet wird. Hier kann man die Fotofalle dort positionieren, wo die besten Aufnahmen zu erwarten sind und muss sich keine großen Gedanken um Tarnung oder Sicherung machen. Beim Objektschutz besteht aber ganz grundsätzlich die Gefahr, dass ein Bösewicht die Wildkamera entdeckt und dann den unliebsamen Beweis quasi entwenden MUSS. Daher sollte man sich hier besondere Gedanken um die Positionierung der Wildkamera machen.

Optisch unruhiger Hintergrund bevorzugt: Gerade im häuslichen Bereich gibt es viele Gute und sehr viele schlechte Positionen für eine als Überwachungskamera eingesetzte Wildkamera. An einem Fallrohr in Augenhöhe befestigt wird die Wildkamera auch der trotteligste Einbrecher erkennen. Aber gerade Hecken und Sträucher bieten den idealen Hintergrund:

Gut positioniert verschwimmt die Wildkamera mit der Umgebung - Bild: Wildkamera-Test.com

Gut positioniert verschwimmt die Wildkamera mit der Umgebung; in unserem Beispiel ist die Wildkamera in der Hecke, rechts oberhalb des Torpfostens versteckt und überwacht so perfekt den sicherheitstechnisch kritischen Bereich des niedrigen Tores  – Bild: Wildkamera-Test.com

Augenhöhe vermeiden: Will man nicht Tiere, sondern Menschen unbemerkt aufnehmen, sollte man unbedingt vermeiden, die Fotofalle auf Augenhöhe zu montieren. Lieber in Bodennähe positionieren, oder besser noch die Vogelperspektive verwenden. Danach aber unbedingt Testaufnahmen machen, um sicherzustellen, dass man das Gesicht einer aufgenommenen Person erkennen kann.

Soll die Wildkamera als Überwachungskamera eingesetzt werden, sollte man wenn möglich die Positionierung in Augenhöhe vermeiden - Bild: Wildkamera-Test.com

Soll die Wildkamera als Überwachungskamera eingesetzt werden, sollte man wenn möglich die Positionierung in Augenhöhe vermeiden: hier wurde die Wildkamera einfach auf den Pfosten links unten neben der Pergola gestellt – Bild: Wildkamera-Test.com

Die Vogelperspektive ist im häuslichen Bereich ideal zur Positionierung der Wildkamera. Denn ab 3 Metern Höhe kommt hinzu, dass die Wildkamera dank der Höhe nicht ohne weiteres entwendet werden kann, selbst wenn sie entdeckt wurde. Das folgende Beispiel einer gelungenen Wildkamera-Positionierung wurde von der Polizei von Lynchburg (USA) erfolgreich zur Strafverfolgung zweier Einbrecher genutzt.

 

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Wäre diese Wildkamera auf Augenhöhe angebracht gewesen, hätten die beiden Einbrecher sie wahrscheinlich entdeckt und entwendet; aber die Vogelperspektive war in diesem Fall gold richtig – Bild: Polizei von Lynchburg/Virginia

Unerwartete Positionen suchen: Klassischerweise werden Wildkameras am Stamm eines Baumes in ca. 1,50 m Höhe angebracht. Wer nach einer Wildkamera bzw. einer Überwachungskamera Ausschau hält, wird genau hier danach suchen. Daher eignen sich Astgabeln oder auch starke Seitenaste u.U. viel besser, um eine Wildkamera zu positionieren. Astgabeln haben zudem den Vorteil, dass die Wildkamera von der Seite nicht zu sehen ist.

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6 Kommentare

  1. > Das macht insbesondere Sinn

    Sinn machen? Welcher Sprachtrottel ist denn hier am Werk? Einer, der zu blöd ist, korrekt aus dem Englischen zu übersetzen, und/oder einer, der jeden noch so dämlichen Sprachmüll unreflektiert nachplappert?

    > PIN-Code eingeben

    PIN-Code? Reicht eine PIN nicht? Braucht man so etwas wie LCD-Display, Düsen-Jet, HIV-Virus, ABM-Massnahme etc.?
    Tautologie pur!

    > Uns wurden einmal zwei Wildkameras auf einmal abgehangen

    Abgehangen? Krank! Abgehängt heisst das!

    > bieten einen idealen Hintergrund:

    Einen? Soll er nun ideal sein oder nicht? Dann kann es aber nicht „ein idealer“ sein, sondern muss „der ideale“ sein. Sonst ergibt das keinen Sinn. Sprachdepp hin oder her. Das ist nunmal so!

    > Mobilfunk-Wildkameras

    Besonders pervers! Da werden die Daten sofort und ungeachtet der Motive durch die Gegend geschickt. Völlig illegal und abartig!

    > Zudem bleibt zumindest die SD-Karte mit den Fotos des Übeltäters meist erhalten

    Dazu muss dieser aber erst mal so blöd sein, sich aufnehmen zu lassen … wenn er beispielsweise dabei ist, sein verfassungsmässiges Recht wahrzunehmen und die Kamera unschädlich zu machen. Und er müsste in einem solchen Fall die Karte auch drin lassen.

    > Metallgehäuse erhöht Strafmaß

    Man sollte beim Verursacher anfangen! Illegale Aufnahmen, Verstoss gegen den Datenschutz, …

    > scheinen die Datenschutzbeauftragten aktuell nicht besseres zu tun zu haben, als sich mit dem Thema „Wildkamera“ zu befassen.

    Das Thema ist wichtig genug! Wahrlich! Und um den guten Leuten die Arbeit etwas zu erleichtern, kann der eine oder andere ja die Anzahl der störenden Objekte eigenständig verringern. Peng, Schepper, Klirr, …

    > auch wenn man die Wildkamera mit einem PIN gesichert hat – weg ist sie meist trotzdem

    Eben! Oder kaputt!

    > umherstreunende Spaziergänger

    Was soll denn das sein? Spaziergänger streunen umher? Welches Arschloch kommt auf solche Ideen?

    Toll ist übrigens auch die Idee, Bilder zwar anklicken zu können, um sie in einem eigenen Fenster zu öffnen. Noch toller, dass sie dort in genau derselben (winzigen) Grösse vorliegen.

  2. Lieber „Willi Butz“,

    Ihr herrlicher Kommentar hat uns sehr amüsiert. Vielen Dank und viel Spaß weiterhin beim Fehlersuchen! Ach ja – Stichwort „Glashaus“. Vielleicht googeln Sie einmal die Regeln zu „ss“ und ß“ 😉

    Ihr Wildkamera-Test.com

  3. Der Kommentar von Willi ist ungelogen das Lustigste, was ich seit Wochen gelesen habe! 😀

    Aber lasst euch davon nicht entmutigen.

  4. In der Tat ein toller Kommentar vom Kollegen Butz. Bei aller Freund(Feind?)schaft und trotz sicherlich weit verzweigter Neurosen, muss ich ihm jedoch bezüglich der Rechtschreibung (von nur einem Fall abgesehen) beipflichten. Nichtsdestotrotz, klasse Artikel und weiter so! 🙂

    Bb

  5. Zwar sehe ich die verfehlte Rechtschreibung nicht ganz so eng wie der verehrte Herr Butz, dennoch stößt mir einiges in ihrem Bericht doch sehr sauer auf..

    Bloß weil ich nicht mit Falle und Schusswaffe durch die Natur laufe, „streune“ ich noch lange nicht umher! Diese Begrifflichkeit ist wirklich völlig fehl am Platz und lässt den traurigen Rückschluss zu, dass gewisse Personengruppen es gar nicht mehr nachvollziehen können, dass man sich auch völlig ohne den Drang nach Kontrolle und Mord in Feld und Wald aufhält, um einfach nur zu genießen und abzuschalten und nichts im Schilde führen muss, um nicht von einer Kamera aufgenommen werden zu wollen. Öffentlich zugängliche Natur- und Waldflächen (nach aktueller Gesetzgebung gehören sogar die Kirrungen dazu), darf ich betreten und als Erholungsgebiet nutzen ohne auf meinen Persönlichkeitsrechten herumtrampeln zu lassen. Dazu gehört auch, dass man mich durch geeignete Hinweise über den Einsatz optisch-elektronischer Überwachung zumindest zu informieren hat und auf dieses Recht bestehe ich auch. Jäger halten sich hier oft für das Alpha und Omega und glauben, sich alles herausnehmen zu können und absolutes Vorherrschaftrecht im Bezug auf ihre jagdlichen Interessen zu haben. Doch dem ist laut Gesetzeslage nicht so…

    Nachdem ich nun 2 Jäger auf ihre Hinweispflicht im Bezug auf ihre Kameras im öffentlich zugänglichem Raum hingewiesen hatte und nur abfällig belächelt wurde, werde ich mich gezielt auf die Suche nach weiteren unrechtmäßig verwendeten Objekten dieser Art machen und dies dem Datenschutzbeauftragten sowie dem Ordnungsamt melden! Denn eben diese Behörden sind für die Einhaltung solcher Regeln und der Wahrung meiner persönlichen Rechte zuständig.

    Bevor Sie also zynisch kommentieren, die Datenschutzbehörde würde sich grundlos auf Wildkameras fokussieren und hätte nichts „besseres“ zu tun – informieren Sie Ihre Kunden erst einmal über die gesetzlichen Pflichten, denen sie unterliegen wenn sie ein solches Gerät beabsichtigen zu benutzen!
    Bevor sie über sämtliche Möglichkeiten zur Sicherung gegen Diebstahl informieren, ja sogar über Formen des Strafmaßes und zudem all die „umherstreunenden Spaziergänger“ zu Verdächtigen degradieren – respektieren Sie die Freiheit und Rechte anderer Bürger!

    Man merke sich: Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es eben auch heraus….!

  6. Zunächst mal Glückwunsch zu eurer sehr hilfreichen Webseite !
    Danke und „Weiter so“ !

    Zur Absicherung noch ein Tip, der sich bei mir in der Praxis sehr bewährt hat.
    Im Laufe der Zeit sammelt sich ja auch die ein oder andere defekte (unzuverlässige) Fotofalle an.
    … bei mir z.b. ne Aldicam und zwei Moultrie I40.

    Diese lassen sich prima als Opferkameras einsetzen, wenn im Revier/Garten selbsternannte Saubermänner gezielt Fotofallen suchen oder öfter mal durch Vandalen zerstört oder entwendet werden.
    Die defekte – etwas auffälliger positioniert und im Aufnahmebereich der gut getarnten echten Fotofalle befindlich.
    Ein Verlust ist dann leicht zu verschmerzen und die Aufnahmen gibts dennoch.
    Noch dazu lässt sich in den Geräten – gerade in der großen I40 – ganz prima ein GPS Tracker unterbringen.
    Dieser schlägt per Fencefunktion Alarm falls die Opferkamera ganz plötzlich „Beine“ bekommt und man kann den Weg und die Zieladresse ganz einfach tracken und sich in Ruhe das weitere Vorgehen überlegen – kennt man doch nun möglicherweise sogar die Adresse des Täters.
    Hat bei mir wunderbar geklappt, der Sachverhalt konnte in einem intensiven persönlichem Gespräch geklärt werden – seitdem ist Ruhe ……
    Schließlich ist und bleibt die Wegnahme oder Zerstörung fremden Eigentums illegal und ist auch durch das Recht am eigenen Bild nicht gedeckt.
    Ach und für die ganz Gescheiten: Auch Fotofallen sind mitnichten herrenlose Fundsachen …. vergleiche Geocaches und siehe diverse Urteile dazu.

    Nun darf auch der Bibabutzemann bei mir die Autokorrektur durchführen und dann sind wir alle zufrieden … 🙂

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