Wildkamera-Test

Dich krieg ich!

Test: Tec.Bean 12MP 1080P HD Wildkamera SG-009

Bild: Tec.Bean

Amazon & Chinesischer Händler – eieiei…

Die Tec.Bean Wildkamera wird von ST. Direct EU verkauft; Die Geschäftsadresse ist chinesisch, die Rechtsform eine britische Limited – Screenshot: Amazon

Mit einigem Argwohn verfolgen wir seit längerer Zeit die Liaison, die Amazon mit einer Vielzahl von chinesischen Händlern insbesondere im Berech der Wildkameras eingegangen ist. Hauptsache ein großes Angebot. Hauptsache billig.

Vertragspartner in China oder GB? Wie steht es so schön bei Amazon: „Verkauf durch ST. Direct EU und Versand durch Amazon“. Aber wo sitzt ST. Direct EU? Wenn man bei Amazon dem Link „Verkauf durch ST- Direct“ folgt, gelangt man zum Impressum des Verkäufers. Das Unternehmen besitzt eine chinesische Geschäftsadresse, die Umsatzsteuer ID ist allerdings britisch (GB 243458209) und gehört zur „Jipin Chuanqi Ruanjian Fuwu Youxiangongsi, Gainsborough House, 109 Portland Street, Manchester“. Die von uns extra angefordere Rechnung (der Karton kommt leer, ohne Rechnung) weist hingegen eine gewisse „UK Prinova Enterprise Limited, 88 Kingsway London“ mit einer ganz anderen UStID (GB123162934) auf. Mit wem hat man den nun einen Vertrag abgeschlossen?

Und im Garantiefall? Angesichts der Verkäufer-Adresse in Fernost relativiert sich der augenscheinlich günstige Preis. Denn auch, wenn der Versand durch Amazon erfolgt – Vertragspartner ist immer noch das chinesische Unternehmen. Im Garantiefall wird das dann ein großer Spaß. Die Kommunikation mit dem Anbieter erfolgt i.d.R. auf Englisch oder auf Deutsch aus dem Online-Übersetzer. Auch wenn, wie im Fall von ST. Direct EU, eine britische Adresse vorliegt, macht es die Sache nicht unbedingt besser.

Rechnung nur auf Nachfrage: Die Tec.Bean Wildkamera wird auch ohne Amazon Prime innerhalb von drei Werktagen nach Bestellung geliefert. Das liegt daran, dass die Ware – obwohl es sich um einen chinesischen Anbieter handelt, bereits in einem der großen Amazon-Verteilzentren befindet. Die Tec.Bean Wildkamera wird auch ohne Amazon Prime innerhalb von drei Werktagen nach Bestellung geliefert. In dem Amazon-Karton befindet sich aber lediglich die Kamera, eine Rechnung sucht man vergebens. Auch wenn man sich bei Amazon einloggt, ist dort online keine Rechnung hinterlegt, lediglich ein Lieferschein. Man hat nur die Möglichkeit den Verkäufer zu kontaktieren und eine Rechnung anzufordern, die er dann allerdings auch prompt sendet. Auf der Rechnung wird dann aber ein ganz anderes Unternehmen angegeben (UK Prinova Enterprise Limited). Sehr suspekt.

Wettbewerbsrecht greift nicht: Die – sagen wir mal – blumigen Produktversprechen kann sich bei Amazon so nur ein chinesischer Händler erlauben. Wie kann es sein, dass Tec.Bean diese Wildkamera seit Monaten als Weitwinkelkamera verkauft, obwohl es definitiv keine ist?! Ein Händler innerhalb der EU traut sich diese nicht wahrheitsgemäßen Aussagen schlicht nicht, denn er würde sofort wettbewerbsrechtlich abgemahnt.

Seltsam gute Bewertungen: Wir haben es uns inzwischen zur Gewohnheit gemacht, insbesondere die 5-Sterne Bewertungen bei Amazon im Detail anzuschauen. Was uns bei der Tec.Bean Wildkamera sofort auffiel, sind die Fülle der Bewertungen in schlechtem Deutsch. Kleine Kostprobe: Das „P“ für Signal mit 24 Vollbidern. Die 940 nm bedeuten, für infrarot Platine mini Kamera mit Zoll Bewegungsmelder.“

Zudem schrillen die Alarmglocken bei uns immer dann, wenn wir Sätze wie diese lesen: „Ich habe das Produkt im Rahmen eines Produkttests vergünstigt zur Verfügung gestellt bekommen.“ (von „Blue Ocean„) Oder diesen hier: „Ich hab das Produkt zum verguenstigten Preis zum testen bekommen und wurde um ehrliche Meinung gebeten , dieses hat jedoch nicht meine Meinung beeinflusst .“ (von „Die Amazon Checker“). Hintergrund: Wer schnell viele gute Bewertungen benötigt, wendet sich an spezialisierte Agenturen mit einer Aramada an semiprofessionellen „Testern“. Und schwupps, startet man mit jede Menge 5-Sterne Bewertungen…

Technische Daten

120° Weitwinkel? Leider nein! Nicht nur bei der Tec.Bean Wildkamera sind wir fassungslos, wie schmerzfrei falsch Wildkameras bei Amazon von den meist chinesischen Anbietern beworben werden. Im Falle der Tec.Bean heißt es: „TEC.BEAN 12MP 1080P HD Wildkamera mit 120 Grad Weitwinkel„. Dumm nur, dass die Tec.Bean überhaupt kein Weitwinkelobjektiv besitzt. Das wird bereits klar, wenn man den kleinen und tiefen Ausschnitt der Linse sieht. Da kann rein technisch kein Weitwinkelobjektiv drin sitzen. Beim ersten Foto ist dann auch der letzte Zweifel verschwunden. Und selbst in der Bedienungsanleitung stehen völlig andere Werte.

Soviel zum Thema „120° Weitwinkel“. In der Bedienungsanleitung strehen völlig andere Werte, als in der Amazon Produktbeschreibung – Ausriss: Tec.Bean-Bedienungsanleitung

TEC.BEAN 12MP 1080P HD Wildkamera

Bild: Tec.Bean

Auflösung Foto- 5.0 MP Standard
- alternativ 2.0, 8.0 (interpoliert) oder 12.0 MP (interpoliert)
Anzahl Fotos je Auslösung1-9
Time LapseJa
Intervall 5 Sek - 60Min
Zeitabstand zwischen zwei Auslösungen5 Sek-60 Min
Auflösung Video- HD 1.280 x 720 (30 fps)
- Full HD 1.920 x 1.080 (15 fps)
Video-Dauer5 Sek - 90 Sek
Zeit
Datum
Mondphase
Batterie
Temperatur
Barometer
Ja
Ja
Ja
Nein
Ja
Ja
Anzahl LEDs/
Blitz-Art
36 Infrarot LEDs
(No Glow; 940 nm)
Blitz-Reichweiteca. 10 m
Infrarot-SensorPIR-Sensoren mit 65° Erfassungsbereich
Sensor-Reichweiteca. 10 m
Auslösezeitca. 1,0 Sek.
Batterien8 x LR6 (AA Mignon)
alternativ NiMH-Akkus LR6 oder externes 12V Netzteil (min. 1,5 A)
Batterie-Betriebsdauermax. 6 Mon. Stand-By-Zeit
(Herstellerangabe)
Display2" = 5,1 cm TFT- Farbmonitor
(480 x 234 px)
SpeicherSD oder SDHC bis zu 32 GB
(Keine Karte im Lieferumfang enthalten)
Größeca. 13,5 (H) x 9,3 (B) x 7,2 (T) cm
Preis99,99 € bei Amazon
(Stand Mrz 2017)

LED-Konzept: 36 Black-LEDs

No Glow-LEDs: Die Tec.Bean Wildkamera verwendet 940 nm-Black LEDs. In der Klappe integriert wird vor diese LEDs noch eine dunkle Filterscheibe gesetzt. Diese Kombination verwendet auch Moultrie bei vielen ihrer Kameras. Erfahrungsgemäß sie ist das aber mehr ein Design-Element, als dass diese Filterscheibe eine besondere Funktion hätte.

– Bild: Wildkamera-Test.com

Unsichtbar von Mensch & Tier: Durch die Now-Glow LEDs ist die Tec.Bean Wildkamera bei Nachtaufnahmen weder durch Tier noch durch Mensch zu entdecken. Kritiker werden jetzt sagen „aber ich sehe trotzdem, wenn die LEDs angehen“. Das hören wir bei jeder NowGlow-Wildkamera. Es mag ja stimmen, dass man ein leichtes rötliches Schimmern wahrnimmt, aber in der Praxis muss es stockdunkel sein, man muss genau in die Kamera schauen und dann noch das Glück haben, den Moment der Aufnahme nicht zu verpassen – vergleichsweise praxisfern.

Wenig Power: Die Crux bei den 940 nm-LEDs ist, dass sie weniger lichtstark sind, als die regulären, sichtbaren 850 nm-LEDs. Bei gleicher Anzahl LEDS kann das leider den Unterschied machen zwischen einer brauchbaren Wildkamera und einer unbrauchbaren. So liefert beispielsweise die ALDI WK3-Wildkamera mit ihren 850 nm-LEDs nachts grundsätzlich brauchbare Aufnahmen ab, während die bis auf die 940 nm-LEDs ansonsten völlig baugleiche Apeman nachts nicht ein gescheites Foto hinbekommt. Mit der Tec.Bean ist es ähnlich. Die LEDs haben zu wenig Power. Das versucht man mit einer längeren Belichtungszeit und Software-seitig zu kompensieren. Es gelingt nur nicht.

Gehäuse, Display & Tasten

Tolles Gehäuse: Das absolute Highlight der Tech.Bean Wildkamera ist ihr tolles Gehäuse. Bis auf ein paar kleine Wermutstropfen (s. Schalter und Display) ist das schlicht eines der besten Gehäuse, auf dem gesamten Markt. Es schmerzt umso mehr, dass die Tec.Bean Wildkamera in so einem tollen Gehäuse eine so schwache Technik verbaut hat.

Gute Positionierungsmöglichkeiten: Gleich zwei Stativ-Gewinde (Unter- und Rückseite) sowie eine durchdacht geformte Gehäuserückseite macht es einem leicht, die Tec.Bean Wildkamera so zu positionieren, wie man es sich wünscht.

Gut zu sichern: Die Tec.Bean Wildkamera kann mit einem ordentlich dimensionierten Vorhängeschloss gegen unbefugtes Öffnen gesichert werden. Durch die 10,5 mm Ösen auf der Rückseite kann man bequem ein Master Look Python durchführen.

Gut getarnt: Die 940 nm-LEDs sind nachts unsichtbar, das LED-Feld wird durch mehre Kunststoffstege unterteilt, so dass die spiegelnden Flächen extrem klein gehalten werden. Der Rest des Gehäuses wurde so gestaltet, dass größere ebene Flächen vermieden werden. Hier haben die Designer einen wirklich guten Job gemacht!

Schwaches Display: Das Farb-Display der Tec.Bean besitzt mit seinen 2,0 Zoll (4,0 x 3,1 cm) eine solide Größe. Zudem besitzt es grundsätzlich den großen Vorteil, dass es unabhängig von der Verschlussklappe verbaut ist. So kann man im Test-Modus bei fest montierter Wildkamera sehen, was das Objektiv später aufnehmen wird. Dieses Feature finden wir bei den Moultrie-Wildkameras und den aktuellen Stealth Cam Wildkameras schon enorm praktisch. Leider ist die Qualität des Displays schlecht. Es ist so schwach, dass man schon bei normalem Tageslicht nichts mehr erkennen kann.

Gute Tasten: Zwar ist uns eine mittig angebrachte „OK“-Taste lieber, aber man gewöhnt sich schnell an die Tasten der Tec.Bean. Klar könnte die „MENU“- und die „ENTER“-Taste etwas größer ausfallen, aber im Grunde genommen wurde hier alles sehr funktional angebracht.

Gute Batterieschublade: Auch die Lösung der Batterieschublade hat uns gefallen. Wie auch bei Moultrie-Wildkameras kann man die Batterien bequem wechseln, ohne die Wildkamera vom Baum zu nehmen. Die Arretierung der Schublade ist sehr gut. Nach einem Druck auf den „OPEN“-Knopf unten rechts, schnellt die Schublade etwa 3 cm nach unten, ohne einem auf die Füsse zu fallen.

Das Gehäuse der Tec.Bean – Bild: Tec.Bean

Gut geklaut! Auch wenn man sich großzügig bei den Designelementen der StealthCam GX45NG bedient hat. Schwamm drüber. So läuft das offensichtlich in China. Nicht ein Feature an der Tec.Bean Wildkamera ist auf dem Mist der eigenen Designer gewachsen, aber in dieser Kombination ist das Ergebnis sehr gut. Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht. Wenn doch nur eine bessere Technik verbaut wäre…

Menü, Bedienung & Bedienungsanleitung

Leider verbraucht die Tec.Bean Wildkamera alle Bonus-Punkte, die sie sich im Bereich des Gehäuses eingeheimst hat, in Windeseile, sobald man sich der Bedienung und der Technik zuwendet.  Sorry, aber das Menü der Tec.Bean Wildkamera ist ein Paradebeispiel chinesischer Lieblosigkeit. Es ist mit sechs (!) Bildschirmen à fünf Menüpunkten völlig überladen (wer will bei seiner Wildkamera schon Längen- und Breitengrade eingeben?!), strotzt in jeder Sprache vor Rechtschreibe- und Übersetzungsfehlern und ist zudem schlecht lesbar (weiße Schrift auf cremefarbenen Hintergrund – wirklich?!).

Menü aus dem Online-Übersetzer: Im Menüpunkt „Energieverwaltung“ hat man die Wahl zwischen „normal“ und – Achtung jetzt kommt es: „Echtzeit Fern“. Schaut man in die Bedienungsanleitung, steht dort „Echtzeit abwesend wird für die TV-Echtzeitüberwachung genutzt“. Unser Trick in solchen Fällen, wir stellen das Menü auf Englisch um. Denn Chinesen können eher noch Englisch, als Deutsch. Verständlicherweise. Aber auch das hilft uns in diesem Fall nicht weiter. Denn bei „Real time Away“ sind wir genauso schlau wie vorher. Wir wissen bis heute nicht, was sich hinter dieser Menüeinstellung verbirgt.

Kein Kontrast: Die Schrift im Menü ist weiß auf cremefarbenen Hintergrund. Die Lesbarkeit somit katastrophal. Wer kommt auf so eine Idee?

Weiße Schrift auf weißem Grund, Kryptische Menü-Punkte, fehlerhafte Übersetzungen. Die Tec.Bean Wildkamera ist ein gutes Beispiel chinesischer Lieblosigkeit – Bild: Wildkamera-Test.com

Überladenes Menü: Das insgesamt sechs Bildschirme lange Menü ist eine mittlere Katastrophe. Es wird schnell klar, dass die Tec.Bean Wildkamera nicht für den europäischen Markt entwickelt bzw. angepasst wurde. Umlaute sind dem Menü fremd. Anstatt „Bildgröße“ steht dort „Bildgroesse“. Beim Menüpunkt Videomodus lässt sich zwischen „PAL“ und „NTSC“ auswählen. Ein Menüpunkt wie „Freuenz“ (gemeint ist Frequenz) mit den Auswahlmöglichkeiten 50Hz und 60Hz ist ebenfalls in Europa so unnötig wie ein Kropf. Der Luftdruck wird NICHT in Pascal oder Bar angegeben, sondern in inHg (Inch of Mercury). Das mussten wir erst mal googeln…

Breiten- und Längengrade? Wirklich ärgerlich sind die beiden Menüpunkte „Breite“ und Länge“. Im Menü mag man noch die Möglichkeit belächeln, den Breiten- und Längengrad der Wildkamera-Position eingeben zu können. Im Ernst – wer macht denn sowas?! Aber diese Angabe findet sich in der Fußzeile jedes einzelnenen Bildes wider.

Die Hälfte der Statusleiste geht für die unsinnigen Angaben von Längen- und Breitengrad drauf. Eine sinnvolle Batterieanzeige fehlt hingegen – Bild: Wildkamera-Test.com

Schwierige Bedienung: Ebenfalls wenig durchdacht ist der Schiebeschalter mit seinen drei Positionen „ON-OFF-Test“. Das Problem ist in der Tat die „OFF“-Position. Sie gehört, wie bei den meisten anderen Wildkameras, nach aussen, „Test“ nach innen. Denn die Mitte trifft man in der Praxis nicht so einfach.

Nervige Menü-Abschaltung: Nach spätestens 30 Sekunden schaltet sich im Test-Modus der Bildschirm ab. Das nervt. Will man über die Bildschirmkontrolle die Kamera ausrichten, schaltet der Bildschirm just dann ab, wenn man vor der Kamera hin und her läuft. Will man Zeit und Datum einstellen, nimmt man üblicherweise sein Handy raus – Bildschirm abgeschaltet, etc., etc…

Bedienungsanleitung: Die Bedienungsanleitung der Tec.Bean Wildkamera ist immerhin auf Deutsch. Leider lässt auch sie ein Mindestmaß an Sorgfältigkeit vermissen. Die vielen Rechtschreibfehler lassen sich verschmerzen. Aber es geht schon los, dass alle Fotos das Englische Menü, die englischen Mondphasen („Waxing Gibbons“!), oder die Englisch beschrifteten Darstellungen zeigen.

Inhaltlich lässt die Bedienungsanleitung der Tec.Bean den Besitzer oft mit mehr Fragezeichen auf der Stirn zurück, als vor Lektüre des Manuals. Kleine Kostprobe:

Die Bedienungsanleitung der Tec.Bean Wildkamera hält ein gewisses Maß an Comedy bereit – Bild: Wildkamera-Test.com

Erfassungsbereich & Auslösegeschwindigkeit

120° Grad Weitwinkel? Schlicht falsch! Manchmal steht man den Werbeaussagen der chinesischen Händler bei Amazon schlicht fassungslos gegenüber. Seit Monaten ist die Tec.Bean dort nun im Angebot. Die Tec.Bean SG009 Wildkamera wird ausdrücklich als 120° Weitwinkelkamera ausgelobt. Ist sie aber nicht. Sie nutzt ein völlig gewöhnliches Objektiv von ca. 50° Erfassungswinkel. Das ist in etwa so, als wenn Sie sich ein Allradfahrzeug kaufen, dass aber nur Vorderradantrieb besitzt. Ein deutscher Anbieter würde von seinen Wettbewerbern – zu Recht – abgemahnt und im Zweifelsfall verklagt. Ein chinesischer Anbieter kommt damit offenbar durch. Denn auch wenn bereits mehrere Kunden dieses falsche Produktversprechen angemahnt haben, die Produktbeschreibung bleibt unverändert…

Schwaches Auslöseverhalten: Die Tec.Bean besitzt ein sehr seltsames Auslöseverhalten. Sie produziert kaum Fehlauslösungen, ihr geht aber auch sehr viel „durch die Lappen.“ Die unter der Tec.Bean aufgehängte SecaCam Raptor hat im gleichen Zeitraum ungefähr das Dreifache an Aufnahmen abgeliefert. Die Empfindlichkeit der Tec.Bean Wildkamera ist sehr schwach. Das Bild eines Hasen (s.u.) ist ein gutes Beispiel dafür. Diese Aufnahme ist die erste in einer 3er-Serie. Aber wie kommt ein langsam hoppelnder Hase bis dorthin, ohne dass der Bewegungssensor ihn nicht längst erfasst und die Wildkamera zur Auslösung bewegt hätte? Im direkten Vergleich entgeht der Tec.Bean Wildkamera viel zu viel.

Langsam: Wie langsam die Tec.Bean Wildkamera ist, lässt sich bereits im Test-Modus feststellen. Die Kamera hat an der Vorderseite eine LED die rot leuchtet, wenn der Bewegungsmelder etwas erfasst. Bewegt man sich im Erfassungsbereich, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die LED blinkt. Das setzt sich im laufenden Betrieb fort.

Bildqualität am Tag und in der Nacht

Mit dem kryptischen Menü und dem chinesischen Händler hätten wir uns noch irgendwie arrangiert. Aber die Bildqualität, insbesondere in der Dunkelheit, ist ein K.O.-Kriterium.

Schwache Aufnahmen am Tage: Mangelnde Schärfe, niedrige Auflösung (egal bei welcher Einstellung), trostlose Farben, kein Kontrast. Die Bildqualität der Tec.Bean Wildkamera ist bei Tagaufnahmen selbst bei besten Bedingungen enttäuschend.

Ein hoppelnder Hase stellt die Tec.Bean selbst am hellichten Tag vor ernsthafte Probleme; Wie kann dies das erste Bild einer 3er-Serie sein?! Zudem sind die Farben trostlos – Bild: Wildkamera-Test.com

Sobald Bewegung ins Spiel kommt, versagt die Tec.Bean Wildkamera vollends. Dieses Reh, das über einen Stamm springt, ist kaum noch zu erkennen – Bild: Wildkamera-Test.com

Schwache Aufnahmen in der Nacht: Warum auch immer hatten wir die Hoffnung, dass die schlechten Tagaufnahmen die Kröte ist, die man schlucken muss, um gute Nachtaufnahmen zu erhalten. So ist das z.B. bei den klar auf brillante Nachtaufnahmen hin optimierten Moultrie-Wildkameras. Aber so wie die Tagaufnahmen sind auch die Nachtaufnahmen der Tec.Bean Wildkamera eine einzige Enttäuschung.

Die Mitte ist immer zu hell, weil überbelichtet. Es mangelt extrem an Schärfe, sobald Bewegung hinzukommt, ist gar nichts mehr zu erkennen. Um eine gute Ausleuchtung vorzugaukeln, wurde die Helligkeit der Nachtaufnahmen softwareseitig so „hochgedreht“, dass der Kontrast bzw. die Tiefenschärfe abhandengekommen ist. Das machen andere Wildkameras, auch solche mit den 940 nm Black-LEDs, deutlich besser. Zum direkten Vergleich haben wir ein Foto der Tec.Bean einer Aufnahme der SecaCam Raptor gegenüber gestellt. Beide Aufnahmen wurden mit den gleichen Einstellungen, zum selben Zeitpunkt und vom selben Baum aus gemacht:

Den Nachtaufnahmen der Tec.Bean fehlt es an Kontrast und Schärfe. Das Reh ist nur schemenhaft zu erkennen, die Bildmitte ist völlig überbelichtet – Bild: Wildkamera-Test.com

Zum Vergleich die identische Situation von der SecaCam Raptor aufgenommen. Man blickt natürlich zunächst auf das Reh. Der Unterschied ist frappierend. Aber auch alle anderen Elemente der Aufnahme sind klar besser zu erkennen. Der wichtige Bereich direkt vor der Wildkamera ist nicht, wie bei der Tec.Bean, überbelichtet. Sowohl in der Nähe, als auch im mittleren Distanzbereich wird alles gestochen scharf abgebildet:

Zum Vergleich die identische Situation von der darunter hängenden SecaCam Raptor aufgenommen; das Reh wird detailliert abgebildet, die Szenerie ist gleichmäßig ausgeleuchtet, jeder Zweig ist zu erkennen – Bild: Wildkamera-test.com

Batterien & Energiemanagement

8x AA: Die Tec.Ben Wildkamera muss zwingend mit 8 x AA-Batterien oder -Akkus betrieben werden.

Akzeptabler Stromverbrauch: Aufgrund des trägen Auslöseverhaltens fertigt die Tec.Bean Wildkamera kaum Aufnahmen an. Dadurch ist der Stromverbrauch überschaubar. Den tatsächlichen Verbrauch werden wir erst nach unserem Langzeittest einschätzen können.

Externe Stromversorgung: Wie alle Wildkameras besteht bei der Tec.Bean Wildkamera die Möglichkeit, eine externe Stromversorgung anzuschließen. Da die Kamera mit 8x 1,5 V AA-Batterien betrieben wird, ergibt sich eine Arbeitsspannung von 12 V. Entsprechend ist bei Nutzung einer externen Stromversorgung ein Netzteil mit 12 V (und 1 A) zu verwenden. Der Außen-Durchmesser des Klinkensteckers muss 5,5 mm betragen, der Innen-Durchmesser 2,0 mm. Stecker-Polarität: Außen – (Minus); Innen + (Plus).

Bewertung, Preis & Bezugsquellen

Es ist wirklich eine Schande. Wie kann man nur ein so tolles Gehäuse mit einer so schlechten Technik kombinieren?!

Tolle Gehäuse: Das Gehäuse der Tec.Bean Wildkamera ist ganz hervorragend. Eines der besten, wenn nicht das Beste in dieser Preiskategorie. Da gibt es wenig bis gar nichts zu meckern.

Wenige und dafür schlechte Aufnahmen: Beim unsäglichen Menü fängt es an. Es geht weiter über das miserable Auslöseverhalten und endet bei der schlechten Bildqualität.

Marketing-Tricksereien: 12 Megapixel auszuloben, wo keine sind. Daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Aber die gefakten/gekauften Top-Bewertungen sind schon dreist. Die Tec.Bean Wildkamera als 120° Weitwinkel-Wildkamera zu verkaufen, obwohl es sich um ein hundsnormales Objektiv handelt – megadreist.

Riskanter Deal: Ein Produkt direkt aus China zu beziehen kann gut gehen, muss es aber nicht. Im Garantiefall wird man schnell alleine gelassen da bereits die Rücksendung den Zeitwert der Wildkamera übersteigt. Hinzu kommt die Kommunikation ausschließlich per Mail und meist ausschließlich auf Englisch.

Fazit: Wir wollen nicht ausschließen, dass es zufriedene Kunden der Tec.Bean Wildkamera gibt. Denen fehlt aber schlicht der direkte Vergleich. Wir sind wirklich kein Freund der etwa gleich teuren ALDI-Wildkamera. Aber im direkten Vergleich würden wir selbst diese Wildkamera der Tec.Bean vorziehen.

Preis und Bezugsquelle: Wer trotz alledem eine Tec.Bean 12MP 1080P HD Wildkamera SG-009 kaufen möchte, findet sie für ca. 100 € auf Amazon.

Unsere Wertung für die Tec.Bean Wildkamera:

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2 Kommentare

  1. Leider haben wir alle das Passwort vergessen. Wie kann ich das Problem lösen??

    Gruß aus Sachsen Anhalt

  2. Hallo,

    @ Passwort vergessen & Tec.Bean: Bei einer SecaCam wäre das kein Problem. Rechnungskopie an den Anbieter und man hilft Ihnen dann weiter. Bei einer Dörr dasselbe. Aber die Tec.Bean kommt direkt aus China. Da müssten Sie sich an den chinesischen Anbieter wenden. Würde uns allerdings ehrlich interessieren, wie Sie mit denen klar kommen.

    LG – Wildkamera-Test.com

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