Wildkamera-Test

Dich krieg ich!

Imker kurz vor der Verzweiflung: Letztes Mittel Wildkamera

Diebe haben es in letzter Zeit vermehrt auf Bienenvölker abgesehen. Die verzweifelten Imker rüsten nun technisch durch den Einsatz von Wildkameras auf.

Wildkamera SecaCam HomeVista filmt Honigdieb

Um die Bienenstöcke auf seiner Streuobstwiese in Menden zu schützen, wandte sich Dipl.-Biologe Andreas Fey ratsuchend an Wildkamera-Test.com. Wir empfahlen ihm die neue SecaCam HomeVista (hier Amazon, hier Testbericht). Begründung: die SecaCam HomeVista ist die einzige uns bekannte Weitwinkel-Wildkamera, die trotz unsichtbaren 940nm-LEDs auch nachts fantastisch scharfe Aufnahmen liefert. In der Halloweennacht 2016 schlug die (Foto)Falle dann zu. Der Bienendieb wurde um 3:17 in der Früh gestochen scharf abgelichtet. Herr Frey war so nett uns telefonisch vom Erfolg „der Operation“ zu unterrichten. Besonders hat uns gefreut, dass unsere empfohlene Einstellung (erst 3 Einzelbilder, dann 10 Sekunden Video) so hervorragend funktioniert hat.

Das Video zeigt, wie der offensichtlich fachkundige Honig-Dieb mit einer Taschenlampe im Mund die Bienenstöcke öffnet und die Waben mit dem zur Überwinterung vorgesehenen Honig entnimmt. Hätte Herr Fey den Diebstahl nicht bemerkt, hätte das den sicheren Tod der Bienenvölker bedeutet. Die Foto- und Videoaufnahmen wurden mittlerweile der Polizei übergebenen.

Denn vollständigen Bericht kann man im Bericht des General-Anzeigers lesen. Und auch dem WDR war es einen Beitrag wert:

In Sankt Augustin Menden hat ein Dieb bereits mehrfach 2 Bienenstöcke ausgeraubt und den frischen Honig samt Waben entwendet. Nun hat ihn eine SecaCam HomeVista erwischt. Die Polizei ermittelt - Screenshot: WDR Lokalzeit Bonn

In Sankt Augustin Menden hat ein Dieb bereits mehrfach 2 Bienenstöcke ausgeraubt und den frischen Honig samt Waben entwendet. Nun hat ihn eine SecaCam HomeVista erwischt. Die Polizei ermittelt – Screenshot: WDR Lokalzeit Bonn

Bienenraub in Mode

Zwischen April 2104 und Juni 2015 wurden alleine im Bereich der österreichischen Landespolizeidirektion Steiermark elf Bienenvölker entwendet. Inzwischen gab es Dank den gestochen scharfen Fotos einer Wildkamera endlich einen konkreten Anhaltspunkt. Der mutmaßliche Bienendieb wurde in Thal bei Graz erwischt, wie er sich nachts an den Bienenstöcken eines Imkers zu schaffen macht.

Foto: LPD Steiermark

Die Polizei sucht mit den Fotos einer Wildkamera nach dem mutmaßlichen Bienen-Dieb – Foto: LPD Steiermark

Die Polizei sucht mit diesen Fotos nach dem mutmaßlichen Bienen-Dieb - Foto: LPD Steiermark

Die Polizei sucht mit den Fotos einer Wildkamera nach dem mutmaßlichen Bienen-Dieb – Foto: LPD Steiermark

Weitere Beispiele für Bienendiebstahl:

  • Imkerverein Kempten-Oberallgäu: fünf Völker des Lehrbienenstands entwendet (2015)
  • Detmold: 20 verschwundenen Bienenstöcke (2013)
  • Bad Salzschlirf: 4 gestohlene Bienenvölker (2014)
  • Landesimkerverband Weser-Ems (2015): 12 Fälle mit insgesamt 67 Bienenvölkern

Imker bestehlen Imker

Profis am Werk: Ein Grund für die Diebstahlserien bei Bienenvölkern könnte das massenhafte Bienensterben sein. Europaweit hat die Varroa-Milbe die Bienenvölker seit Jahren stark dezimiert. Pestizide und Wetter-Kapriolen tun ihr übriges. Gesunde Bienenvölker werden knapp.

Der Verdacht, dass Imker von Imkern bestohlen werden, liege nahe. Ein Bienen-Laie fürchtet sich naturgemäß vor Bienen. Und was sollte er mit einem Bienenvolk anfangen? Ein Imker weiß hingegen genau, wie er einen Bienenstock zu transportieren hat, ohne selbst gestochen zu werden. Bienenvölker zu stehlen ist für Imker vermeintlich bequemer, als sie aufwendig zu züchten oder zu kaufen.

Finanzieller Schaden: Pro Bienenvolk und Beute (so nennt ein Imker die Behausung) beträgt der Schaden 200 bis 300 Euro. Mit Honig steht schnell der doppelte Verlust zu Buche. Zwar gibt es Versicherungen gegen den Bienendiebstahl, allerdings liegt der Erstattungsbetrag meist deutlich unter dem Wiederbeschaffungswert.

Ideeller Wert: Mehr als der finanzielle Schaden schmerzt den bestohlenen Imker meist der ideelle Verlust. Die Imker sind meist mit Herz und Seele dabei. Zudem ist Imkerei ein doch recht zeitintensives Hobby. Ein Diebstahl bringt einen dann um die Früchte seiner Arbeit. Der Zorn ist entsprechend groß.

Wildkameras liefern Fahndungsfotos

Ein sehr schönes Beispiel, das die These krimineller Imker untermauert ist der folgende Fall, ebenfalls aus Österreich. Einem Imker aus dem Burgenland wurden in der Vergangenheit bereits wiederholt Bienenvölker entwendet. Der geschätzte Schaden reichte an die 10.000 € heran. Er installierte mehrere Wildkameras, um den Dieb seiner Bienenvölker auf frischer Tat zu ertappen. Und prompt lieferte die Wildkamera gestochen scharfe Fotos. Die Fotos zeigen einen recht professionell zu Werke gehenden Dieb. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um einen anderen Imker handelt.

Imker bestehlen Imker wie diese Aufnahme eines Bienendiebs beweist - Bild: Polizeiinspektion Eggendorf

Imker bestehlen Imker wie diese Aufnahme eines Bienendiebs beweist – Bild: Polizeiinspektion Eggendorf

Auch in Oberpullendorf verschwanden seit dem Sommer 2014 immer wieder Bienenvölker. Auf den Tipp eines befreundeten Jägers hin installierte der Imker schließlich eine Wildkamera um seine Bienenstöcke zu sichern. Gleich mehrfach tappte der Bienendieb in die Fotofalle. Die Polizei Eggendorf veröffentlichte die Fahndungsbilder im Polizeicomputer und hatte damit Erfolg. Eine Polizeiangestellte erkannte den Übeltäter. Auch der Arbeitgeber des mutmaßlichen Bienendiebs bestätigte die Identifizierung. Kurioserweise entzog sich der Bienendieb einer polizeilichen Vernehmung: Herzinfarkt mit Todesfolge im Alter von 46 Jahren.

Bild: Polizei Eggendorf

Bild: Polizei Eggendorf

Imker rüsten technisch auf

GPS-Tracker mit Bewegungssensor - Bild: Incutex

GPS-Tracker mit Bewegungssensor – Bild: Incutex

GPS-Tracker: Einige Imker haben begonnen ihre Bienenstöcke mit einem sog. GPS Tracker auszustatten. Bereits für rund 80 € bekommt man Tracker mit GPS Bewegungs- und Geschwindigkeitsalarm und integriertem Erschütterungssensor. Da die GPS-Tracker in der Regel ein GSM-Modul besitzen kann man bei Bedarf den Tracker „anrufen“ (natürlich ohne einen Klingelton auszulösen) und erhält dann eine SMS mit der GPS-Position des Trackers. Nachteil: die Batterien des Trackers reichen meist nur für einen Betrieb von 10-15 Tagen. Und wenn der Dieb den Bienenstock in einem Schuppen oder einer Garage zwischenlagert, fehlt die freie Sicht zum Satelliten. Die Folge: kein GPS-Signal.

Wildkamera: Die Überwachung mittels einer Wildkamera wird unter den Imkern immer beliebter. Geräte mit nachts unsichtbarem Blitz können unauffällig versteckt werden und überwachen bei geschickter Positionierung den gesamten Aufstellungsort der meist mehreren Bienenstöcke. Ein weiterer Vorteil: Wildkameras vom Schlage einer SecaCam HomeVista oder einer Dörr SnapShot gehen extrem schonend mit den Batterien um. Überwachungszeiten von mehr als drei Monaten mit nur einem Batteriesatz sind für diese Wildkameras kein Problem.

Unauffällige Wildkamera wählen! Bei der Objektüberwachung besteht immer auch die Gefahr, dass die Wildkamera entdeckt und in Folge gestohlen wird. Anders als beim Einsatz in der freien Wildbahn ist in diesem Anwendungsbereich auf eine möglichst unauffällige Wildkamera mit Black-LEDs zu achten. Zum Vergleich haben wir ein Foto mit einer Wild-Vision Full HD 5.0 und einer ALDI Maginon WK3 Wildkamera gemacht. Tagsüber fallen die Black-LEDs der Wild-Vision kaum auf. Hingegen bieten die LEDs der ALDI-Wildkamera dem Auge des Betrachters sofort Halt. In der Nacht glimmen die LEDs der ALDI WK3 deutlich wahrnehmbar. Dies ist insbesondere beim Video-Modus von Nachteil, da dann die LEDs über 10-20 Sekunden hinweg dauerhaft leuchten. Die Black-LEDs der Wild-Vision sind hingegen nicht wahrzunehmen.

Eine Wildkamera zur Objektüberwachung sollte Black LEDs besitzen und möglichst unauffällig sein. Hier zum Vergleich die Wild-Vision Fukk HD 5.0 (oben) und die ALDI WK3 (unten) - Bild: Wildkamera-Test.com

Eine Wildkamera zur Objektüberwachung sollte Black LEDs besitzen und möglichst unauffällig sein. Hier zum Vergleich die Wild-Vision Full HD 5.0 (oben) und die ALDI WK3 (unten) – Bild: Wildkamera-Test.com

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